Die Zukunft der Arbeit: Von Aktivitäten zu Momenten.

Im BASE-Camp von E-Plus, bei Daimlers in der Mercedes-Benz Gallery oder in der Q110 Lounge der Deutschen Bank? In der Microsoft Digital Eatery, im Miele Café oder lieber im ZDF-Lichthof? Wer an der Berliner Friedrichstraße seine Zeit verbringen will, findet rund um die Linden zahlreiche Flagship-Stores mit Cafés für Meeting, Lunch und mit freiem WLAN. Ich treffe Thomas Treml von Microsoft Berlin in der Digital Eatery. Und lerne Arbeit auf eine neue Art kennen.

Am Nachbarstisch sitzen Agentur-Mitarbeiterinnen aus München mit Laptops bei der Arbeit. Gegenüber stehen Besucher an einem Demo-Point und probieren das neueste Surface-Tablet aus. Es duftet nach frisch gebrühtem Espresso, dezente House-Musik schallt durch den Raum in modernen Farben und mit gemütlicher, holzgetäfelter Wand. Keine Spur von Großkonzern, Büroarbeitsplätzen oder geschäftiger Stimmung. Microsoft zeigt, wohin die Reise geht – und geht mit gutem Beispiel voran: Der Konzern schafft die Anwesenheitspflicht ab, denn Leistung hat nichts mit Präsenz vor Ort zu tun. Die Zukunft heißt: ‘Arbeiten wann, wo und wie du willst’.

Digital Eatery
Zusammen Technik erleben bei Microsoft Berlin
Quelle: Pressefoto Microsoft Digital Eatery Berlin

“Wenn man den Freiraum hat, sucht man sich was Schöpferisches.”

Thomas Treml arbeitet seit 2007 für den Softwarekonzern, betreut als Berater öffentliche Kunden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Beim Lunch berichtet er von der Kritik der IG Metall. Laut dpa geißelt die Gewerkschaft einen “Sittenverfall” bei Computerarbeit, kritisiert Crowdsourcing für Freelancer und Mini-Löhne durch Knebel-AGBs. Für Microsoft nichts Erschreckendes: Im April diesen Jahres veröffentlichte das Unternehmen ein “Manifest für neues Arbeiten”, stellt sich den Veränderungen. Ich diskutiere mit Thomas Treml die Zukunft der Arbeit, die Entkoppelung vom Lohn und die kreativen Möglichkeiten, wie hier auf dem Blog vorgestellt.

One MS - ActivitiesUnser Tagesablauf bisher: In Aktivitäten strukturiert
Quelle:
Microsoft: One Microsoft Story

Thomas Treml ist fast jeden Tag im Café, trifft Kollegen, verabredet sich mit Partnern zum Mittag oder beantwortet in ungezwungener Atmosphäre seine E-Mails. Der 43-jährige Familienvater spricht von einem “Work-Life-Blur”. Dank Google Translator weiß ich, dass es um das Verschwimmen von Arbeit und Freizeit geht. Seit gut fünf Jahren können Mitarbeiter von Microsoft mit Notebook und Smartphone ausgestattet aus dem Home Office heraus arbeiten. Ganz praktisch hat sich die Arbeit von Thomas Treml und seinen rund 320.000 Kollegen weltweit gewandelt – von Aktivitäten zu Momenten.

One MS - MomentsUnser Tagesablauf künftig: Berufliche und persönliche Momente
Quelle: Microsoft: One Microsoft Story

Arbeiten in der Cloud bei Microsoft: “Wir leben’s halt. Das ist ganz normal.”

Statt eines linearen Tagesablaufs mit ⅓ Arbeitszeit und Zeitfenstern für Freunde und Familie verschwimmen in der digital-vernetzten Welt die Abläufe: Tagsüber erledigen wir auch mal private Dinge, in unserer Freizeit kümmern wir uns zwischendurch um etwas Berufliches, unterstützen im Familienkreis kurz mal unsere Freunde. Interaktionen und Kommunikation – online, mobil und sozial-vernetzt – sind der rote Faden. Microsoft hat verstanden, dass sich Einiges ändert und bietet mit seinem Lync-Service ein Paket für die Zusammenarbeit in der digital-vernetzten Welt an.

Im Mittelpunkt stehen Flexibilität und Mobilität – ermöglicht via Chat oder E-Mail, mittels Telefonat oder Videocall, mit geteilten Dokumenten oder Desktops. Abstimmungen sind synchron möglich; stundenlanges Warten ist Geschichte. Kommentare, Korrekturen und Freigaben von Dokumenten können – wie bei diesem Beitrag – online über die Bühne gehen, über Geräteklassen und Betriebssysteme hinweg – auch ohne Apple-ID, Google-Konto oder Microsoft-Account; der Versand riesiger Dateien hat ein Ende.

“Der Markt ist soweit, sich auszudifferenzieren – von High End bis Low End.”

In einem Konferenzraum mit sogenannten Smart-Boards zeigt mir Thomas Treml im 4. Stock, was es mit Unified Communications auf sich hat: Chat und Telefonie, Videokonferenzen und gemeinsame Arbeit am Desktop – Lync bietet das unter einer gemeinsamen Oberfläche – auf Desktop-PCs, Tablets und Smartphones, sowohl unter Windows als auch auf Apple- und Android-Geräten. Die Kosten liegen beim reinen Online-Service zwischen 1,50 und 4,20 € pro Nutzer und Monat, ohne Office-Paket.

Der Service erinnert mich an meine Zeit in Barcelona. Beim Startup UppTalk waren wir über Google Talk mit den Kollegen verbunden, organisierten Meetings mit den Entwicklern in Murcia via Hangout und arbeiteten gemeinsam an Dokumenten mittels Google Drive – alles unter der Oberfläche von Google Apps for Work – für 4,- bis 8,- € pro Nutzer und Monat – inkl. Archivierung.

“Wenn es leichter ist, werden Nutzer es sehr schnell annehmen.”

Der Unterschied zwischen Google- und Microsoft-Angebot liegt im Zusammenspiel innerhalb und außerhalb einer Organisation. Laufen Google Apps im Browser, beginnt bei Microsoft die Kollaboration bei Anwendungen und externer Anbindung. So fließen nicht nur Kontaktdaten und E-Mails aus Outlook ein. Lync ist mit Office 365 verknüpft, kann Nutzerdaten des Active Directory verarbeiten und an klassische wie IP-Telefonanlagen angebunden werden.

Verfügbarkeit von Kollegen und externen Partnern auch via Skype, Rechtemanagement über die gesamte Organisation und einheitliche Benutzeroberfläche von Smartphone bis Smart-Board sprechen für den professionellen Einsatz eines Systems wie Lync. Der Clou ist aus meiner Sicht die einfache Zusammenarbeit mit Partnern – egal ob via Textchat, Telefonat oder Videokonferenz. Nutzer werden via Avatar und Name aktiviert. Telefonnummern und E-Mail-Adressen rücken in den Hintergrund.

Thomas Treml zeigt mir die Büros seiner Kollegen: Kleine und größere Konferenzräume, Telefonkabinen, Kaffeetresen und Ruhezonen bieten ein konzentriertes und zugleich gemeinsames Arbeiten. Die Büros erinnern mich an die von Google – direkt im Haus gegenüber. Unsere kleine Reise durch die Zukunft der Arbeit endet auf der hauseigenen Dachterrasse mit Blick über die Mitte Berlins und ein paar kritischen Fragen zum cloudbasierten Arbeiten. Für Thomas Treml nichts Besonderes: Ob Gehaltsabrechnungen, Reiseplanung oder Kundenprojekt – bei Microsoft nutzt man für die meisten Aufgaben Software-Services im Browser.

Noch sind nicht alle Firmen und Verwaltungen an dem Punkt, so einfach miteinander zu arbeiten. Spätestens mit der flächendeckenden Nutzung von Smartphones und Tablets für Wissensarbeiter ebenso wie für gewerbliche Mitarbeiter stellt sich die Frage erneut, wie weniger Mitarbeiter mit weniger Zeit IT-basierte Aufgaben schneller, einfacher und unter dem Strich günstiger erledigen können als heute. Eine Frage, die sich sicher noch oft stellen wird, unabhängig von Hangout oder Lync.

Die Überschriften sind Zitate von Thomas Treml aus dem Rechercheinterview bei Microsoft Berlin.

Autor: Thomas Keup

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